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Fleischrinder unter dem Funkturm – Schaubericht zur 4. Bundesschau Schwarz Rot Gold Robust

Es war das Fleischrind-Highlight des Jahres, die vierte Bundesschau der extensiven Fleischrindrassen. Vom 17.-19. Januar 2020 trafen sich Deutschlands beste Fleischrinder der Rassen Dexter, Galloway, Hereford, Highland Cattle, Welsh Black und Zwergzebu zur gemeinsamen Bundesschau im Rahmen der Internationalen Grünen Woche. Mit rund 250 Großtieren hatte diese Schau einen beachtlichen Umfang. Auch der Austragungsort, die Messehallen in Berlin, bildet ein Alleinstellungsmerkmal und lockte zahlreiche Besucher an.

Aus dem Zuchtgebiet der RBB, welche mit der Organisation und Durchführung der Schau von den sieben Rasseverbänden betraut wurde, reisten zehn Züchter mit 21 Rindern in die Landeshauptstadt. Insgesamt war es eine spannender Wettbewerb mit einem vielfältigem Schaubild und einer engagierten Züchterschaft, die durch ihren Einsatz eine hervorragende Werbung für sich, ihre Rassen und für die gesamte Mutterkuhhaltung und Landwirtschaft erbracht haben.

Galloway stellte den größten Rasseblock

Mit dem größten Kontingent warteten die Galloways auf und stellten fast die Hälfte aller Schautiere. Besonders zu betonen sind die beiden mütterlichen Halbschwestern Samantha und Savannah vom Heidegrund aus der Zucht von Rainer Tornow. Beide Färsen stammen aus der künstlichen Besamung. In einem harten Wettbewerb mit bester Qualität konnten sich beide Färsen aufgrund ihrer hervorragenden Entwicklung und dem überaus gefälligen Typ gegen die Konkurrenz durchsetzen. Letztere von beiden stellte schon auf der vergangenen BraLa ihre Qualität unter Beweis und wurde zur Landessiegerin gekürt. Die Brandenburgische Rassesprecherin Marianne Wille nahm mit einem hervorragenden Rind teil: Penelope vom Preußenhof konnte den dritten Platz in ihrer Klasse belegen. Ein großer Dank gilt Manfred und Marco Glaser, die nicht nur mit ihrer Kuh Sabine und der Färse Susanna am Wettbewerb teilnahmen (beide 1c in ihrer Klasse), sondern auch während der gesamten Messe ihre Tiere in Berlin präsentierten und wichtige Öffentlichkeitsarbeit leisteten.

Bundesreservesiegerin der Hereford-Färsen aus Brandenburg

Der große Wurf gelang der Familie Kienow aus Wiesenburg bei den Hereford. Ihre Jungkuh Lissi P konnte sich nicht nur in ihrer Klasse durchsetzen, sondern wurde am Ende der Schau auch zur Bundesreservesiegerin gekürt und mit der Silbermedaille des MLUK ausgezeichnet. Ein großartiger Erfolg für die Familie, die erstmalig an einer Bundesschau teilnahm. Die Hereford Mutterkuh GmbH Münchehofe konnte mit der typvollen und gefälligen Coline P einen Klassensieg mit nach Hause nehmen. Ihr stattlicher und bestens vorbereiteter Zuchtbulle RZW Harvie P gläntze im Wettbewerb und blieb auch alle zehn Tage als Repräsentant in Berlin.

Highland Cattle mit Newcomern und erfahrenen Schautieren

Im Wettbewerb der Highland Cattle durften die engagierten Brandenburger nicht fehlen. Volker Dannebergs Tango II vom Weidegrund gewann die dritte Klasse der Bullen. Durch sein Entwicklungspotential wird er auch zukünftig von sich hören lassen. Roberto Bock als einer der erfolgreichsten Züchter seiner Rasse im Land nutzte die Chance, seine Zucht zu präsentieren. Nur knapp verpasste Bella of Green Oak den Sieg in ihrer Richtklasse. Auch sie ist keine Unbekannte. Die Drittkalbskuh verließ 2016 als Landessiegerin den Paarener Vorführring.

Welsh Black - die schwarzen Perlen aus Wales

Auch bei den Welsh Black stellten sich die Brandenburger Züchter der Konkurrenz. „Urgestein“ seiner Rasse, Detlef Jacob, brachte die junge, hornlose Marlis P mit nach Berlin und konnte mit dem schicken Rind einen sehr guten zweiten Platz belegen. Die AHV DELTA Passow durfte sich über einen 1b-Platz mit ihrem neuen Herdenbullen Mr. Ed Pp freuen. Auch in dieser Rasse halten die Brandenburger die Werbefahnen hoch, denn Markus Röthel belegt mit seinen Tieren die Schaubox in der Halle 25 und stand Rede und Antwort zu den interessierten Besucherfragen zu den schwarzen Perlen aus Wales.

Jungzüchter unter dem Funkturm

Ein Jungzüchterwettbewerb am Sonntag bot auch den Züchtern von morgen eine gute Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. In einem erstklassigen Wettbewerb konnte Sophia Tornow mit ihrer Samantha vom Heidegrund die Konkurrenz hinter sich lassen und wurde als beste Vorführerin der älteren Jungzüchter ausgezeichnet. Sie erhielt die MLUK-Plakette in Bronze.

Nach vielen Wochen Vorbereitung und drei intensiven Schautagen sind alle Rinder wieder in ihren Heimatställen angekommen, mit der Gewissheit der Züchter, an einem schönen Wettbewerb teilgenommen zu haben und gute Werbung für den Berufsstand, die Rinderhaltung und regionale Produktion gemacht zu haben.

Wir gratulieren allen Züchtern zu ihren Tieren und bedanken uns für das Engagement und die Leidenschaft für die Fleischrinder. Ein großer Dank gilt auch allen Unterstützern der Schau, sowie der Messe Berlin für das perfekte Podium während der IGW.

Alle Platzierungen der Bundesschau Schwarz Rot Gold Robust 2020

Die Siegertiere und die Platzierungen der Brandenburger Tiere sind unter dem Link zu finden.

Savannah vom Heidegrund (Braveheart x Benhur), Galloway vom Heidegrund, Rainer Tornow, Lindow)

Tango II vom Weidegrund (Tanog x Ossion), Volker Danneberg, Niedergörsdorf

Jungzüchterin Sophia Tornow mit der Galloway-Färse Samantha vom Heidegrund (Mhordhu x Benhur), Galloway vom Heidegrund, Rainer Tornow, Lindow)

Lissi P (Werro x Bond), Reservebundessieger-Färse, Kienow, Wiesenburg

Die Teilnehmer der Schwarz Rot Gold Robust Bundesschau 2020 in Berlin. Fotos: Schulte