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BraLa-Rasse des Jahres 2019 - Fleckvieh-Simmental

Alljährlich steht auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung eine Rasse im Mittelpunkt des Geschehens. 2019 wird diese Ehre mit Fleckvieh-Simmental einer Fleischrinderrasse zuteil, die nach den heimischen Uckermärkern im Land Brandenburg am stärksten verbreitet und eine von insgesamt 18 Fleischrinderrassen ist, die vom Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg eG züchterisch betreut werden. 37 Fleckviehzüchter sind mit 1.407 Kühen und 52 Bullen im Herdbuch registriert. Seit Jahren setzt die Brandenburger Fleckviehzucht bundesweit Maßstäbe. Grund genug, um sie im Rahmen der BraLa in den Fokus zu rücken!

Fleckvieh als Allrounder

Die großkalibrige Rasse besitzt das Potenzial einer optimalen Mutterkuh: Hohe Zunahmen mit bester Bemuskelung in Kombination mit einer sehr guten Milchleistung und Mütterlichkeit bilden die Grundlage für gut wachsende Kälber. Die gesunden, robusten und anpassungsfähigen Tiere kommen auf unterschiedlichen Weidestandorten hervorragend zurecht. So prägen die Fleckviehzüchter und -halter mit der Bewirtschaftung vieler Grünlandflächen die Kulturlandschaft Brandenburgs.

Absetzer erreichen mittlere Tageszunahmen von 1.288 g (männlich) bzw. 1.139 g (weiblich) und spiegeln damit die Aufzuchtleistung ihrer Mütter wider. Die eigene Wachstumskapazität sowie die Vererbungsleistung des Vaters werden bei der Jährlingswiegung sichtbar. Hier realisieren Brandenburger Züchter mit ihren Tieren durchschnittlich 1.278 bzw. 1.019 g/Tag. Das Erstkalbealter der Kühe beträgt 28 Monate. Ausgewachsene Bullen sind ca. 1.200 kg schwer und 157 cm groß (Kreuzbeinhöhe). Der Zuchtrindermarkt verlangt hornlose Tiere, das haben Brandenburgs Fleckviehzüchter schon frühzeitig berücksichtigt. Heute ist fast der komplette Herdbuchbestand genetisch hornlos.

Aktive und erfolgreiche Zuchtstätten

Die Brandenburger Fleckviehzüchter setzen sowohl in der Zuchtwertschätzung Fleischleistung, als auch bei den Landesfleischrinderschauen im Land und bei überregionalen Wettbewerben die Messlatte hoch an.

Der Ausnahmebulle Ursus Pp im Besitz der Manfred und Marco Glaser GbR ist mit einem Relativzuchtwert Fleischleistung (RZF) von 143 der mit großem Abstand höchste Fleischrindbulle in Deutschland. Einen Zuchtwert, der fast vier Standardabweichungen über dem Mittel liegt, hat es in der deutschen Fleischrindzucht vor Ursus noch nicht gegeben. In den vergangenen Jahren konnten vier seiner Töchter Landessiegertitel erringen, unter ihnen Annabell P und Arielle P, die beiden Landessiegerinnen der BraLa 2018 und 2017. Auch bei den Kühen hat eine Brandenburgerin in den Toplisten die Nase vorne.

RGK Blanca Pp aus der Karstädter Rinder GmbH ist Deutschlands beste Fleckviehkuh und  behauptet sich bereits zum fünften Mal an der Spitze. Sie holte fünf Landessieger oder -Reservesiegertitel, drei davon in Paaren. Darüber hinaus vereint sie eine überragende Fleischleistung (RZF 136) mit souveräner Zuchtleistung (RZL 115). Ihr Sohn Samurai PP erfreute sich in der künstlichen Besamung großer Beliebtheit. Die züchterischen Erfolge der Karstädter Rinder GmbH sind eng mit dem großen Engagement von Bodo Wegt und seiner Familie verbunden. Fast ausnahmslos sind der Zuchtbetrieb und Familie Wegt auf der BraLa vertreten. Sie unterstützen seit vielen Jahren die Brandenburger Jungzüchter. Ebenso engagiert ist auch die Familie Glaser. Hier ist schon die dritte Generation aktiv bei den Jungzüchtern im Rahmen der BraLa.

Ein weiterer erfolgreicher Brandenburger Betrieb ist der Fleckvieh-Hof Hansel, der wie kein anderer die deutsche Fleckviehzucht positiv beeinflusst hat. Bisher wurden 16 Bullen an Besamungsstationen verkauft. Das ist einmalig in Deutschland! Die Zuchtphilosophie dient dem Erhalt des gewünschten Milchreichtums bei dieser intensiven Fleischrindrasse. Dafür werden die 45 Kühe fast ausschließlich mit Besamungsbullen gezielt angepaart. Eine Erfolgsgeschichte konnte auch Bauer Peters mit seinem Ausnahmebullen Hoeness PP* schreiben, einem Bullen, der die deutsche Fleckviehzucht nachhaltig positiv beeinflusst hat. 2008 kaufte der Besamungsverein Neustadt a.d. Aisch den mit 9-9-8 gekörten Siegerbullen der Brandenburger Auktion und führte ihn zum Erfolg. Hoeness PP* führte wiederholt die deutsche Topliste an und ist mit aktuell 931 Reinzuchtnachkommen sehr breit eingesetzt worden. Sagenhaft sind seine aktuellen Zuchtwerte!

Viele weitere Betriebe haben sich der Fleckviehzucht verschrieben und betrieben diese seit Jahren erfolgreich und erfreuen sich täglich an dieser wirtschaftlichen Fleischrinderrasse. Auch neue junge Züchter kommen auf den Fleckviehgeschmack und bereichern die hiesige Züchterschaft. So konnte Philipp Metz im vergangenen Jahr den Siegerbullen der Brandenburger Bullenauktion, Lancelot PP* (Züchter: Little King Ranch), in die Besamung ins bayerische Greifenberg verkaufen.

Positiv in die Zukunft

Trotz der schwierigen Bedingungen für die Landwirtschaft und Viehhaltung steht die Rasse Fleckvieh auf soliden wirtschaftlichen Füßen. Die Züchter sind motiviert und schauen voller Tatendrang in die Zukunft. Die „Fleckviecher“ – zu Recht die Rasse des Jahres auf der BraLa! Kommen Sie vom 9. bis 12. Mai in Paaren vorbei, bewundern Sie diese imposanten Tiere. Die beste Gelegenheit bietet sich am Freitag, dem 10. Mai 2019 beim Landeswettbewerb der Fleischrinder.

 

Veranstaltungsort:

MAFZ Erlebnispark
Gartenstraße 1-3
14621 Schönwalde-Glien

 

Toller Erfolg für die Familie Glaser: Annabell P wird Landessiegerin, vor allem zur Freude von Hannes und Helene Primann, den Enkeln von Manfred Glaser. (Foto: R. Kohl)

RGK Blanca Pp*: Schauikone, Zuchtwertkönigin, Bullenmutter. (Foto: H. Schulte)

Master PS vom Hanselhof – Landessieger auf der BraLa 2015, ein beispielhaftes Zuchtprodukt aus dem Hause Hansel (Foto: M. Gassan)

Der junge Hoeness PP*, ein Ausnahmebulle am Anfang seiner Karriere (Foto: M. Gassan)