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Tag des Fleischrindhalters 2018 - Risiken richtig managen

Im schwierigen Dürrejahr 2018 stand der Fleischrindtag unter dem Motto „Risiken richtig managen“. Fleischrindzüchter und Mutterkuhhalter nahmen am 8. November 2018 den Weg nach Götz auf sich, um über Herausforderungen der Fütterung, aber auch der Sicherung des Eigentums und der Herde informiert zu werden.

Aus aktuellem Anlass und der Situation der Betriebe ging es zum einen um die Beseitigung der Dürreschäden im Grünland. Dazu referierte Frau Dr. Greiner aus der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt. Hauptaugenmerk sollte aus der Sicht der Expertin vor allem auf fachgerechte Nachsaaten mit Sorten, die eine schnelle Jungendentwicklung haben, gelegt werden, um die strapazierte Grasnarbe wieder zu füllen und konkurrenzfähig zu machen. Ergänzend informierte Herr Prof. Steinhöfel aus dem sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie über die bedarfsgerechte Fütterung von Mutterkühen trotz Ressourcenknappheit. Im Notfall sind eine Anpassung des Tierbestandes oder eine Rationsregulierung die einzigen Möglichkeiten die Futterknappheit zu überstehen.

Der zweite Hauptschwerpunkt war das Thema Tierhalterhaftpflicht, welche seitens der Willis Tower Watson GmbH dargestellt wurde. Wichtig ist, dass ein Weidetagebuch geführt wird und dass die Rinder nach den geltenden aid-Richtlinien je nach Entfernung zu einer Gefahrenquelle gezäunt werden. Die Polizei-Inspektion Brandenburg ergänzte den Vortrag mit Präventionsmaßnahmen sowohl bei Weideausbrüchen und bei Diebstählen im landwirtschaftlichen Bereich. Bei Herdenausbrüchen ist das oberste Gebot, die Polizei zu informieren, um bei der Haftungsfrage auf der sicheren Seite zu sein.

Bei den aktuellen Ergebnissen aus der Fleischrindzucht ist festzustellen, dass der Herdbuchkuhbestand mit 6.783 aktiven Kühen unter die magische Grenze von 7.000 Kühen gefallen ist. Gründe sind Herdbuchabstockungen aufgrund der Dürre, in Gemischtbetrieben im Zuge der Milchkrise und betriebliche Neuausrichtungen. Im Leistungsbereich und auch die Fruchtbarkeitskennzahlen liegen auf Vorjahresniveau. Aktuell umfasst der diesjährige ELP-Jahrgang 40 Bullen. Neben den erfolgreichen Auktionen im Frühjahr, bietet die Fleischrindervermarktung noch Verbesserungspotential.

In diesem Jahr wurden die Karstädter Rinder GmbH und Mario Fischer für ihre herausragenden Zuchtkühe geehrt, sowie die Fließgrund Agrarproduktion GmbH Schönewalde für den besten Eigenleistungsbullen.

Insgesamt war der Tag des Fleischrindhalters eine runde Veranstaltung in einer schwierigen Zeit mit Dürre, dem Wolf und dem Generationswechsel in vielen Betrieben. Gut 110 Landwirte und Interessenten nahmen das Angebot wahr und bereicherten die Vorträge mit interessanten Diskussionen.

Paul Bierstedt - Aktuelle Ergebnisse aus dem Zuchtjahr 2017/2018

Carsten Bierwirth - Allgemeine Erläuterungen zur Tierhalterhaftung und zur Tierhalterhaftpflicht-Versicherung

Dr. Bärbel Greiner - Maßnahmen zur Beseitigung von Dürreschäden auf dem Grünland

Olaf Steinhöfel - Bedarfsgerechte Fütterung im Dürrejahr 2018

Torsten Maier (Fließgrund Agrarproduktion GmbH Schönewalde) und Bodo Wegt (Karstädter Rinder GmbH) nahmen die Auszeichnungen entgegen.