Zum Inhalt springen

Brandenburger Fleischrinder als Highlight der 28. BraLa

Das Himmelfahrtswochenende ist für alle engagierten Fleischrinderzüchter aus Berlin-Brandenburg rot im Kalender angestrichen, denn die BraLa in Paaren/Glien bildet mit der alljährlichen Landesfleischrinderschau die Möglichkeit, seine Zuchttiere mit denen anderer Züchter zu vergleichen und den zahlreichen Besuchern die vielfältige Brandenburger Fleischrindzucht näher zu bringen.

Am Freitag, dem 11. Mai 2018 fiel der Startschuss und die ersten von rund 100 Großrindern aus 38 Zuchtstätten betraten den großen Tierschauring im Herzen des Erlebnisparks Paaren. Schon in den ersten Klassen wurde schnell deutlich, dass die Preisrichter Claus Henningsen (Schleswig-Holstein) und Paul Bierstedt (Berlin-Brandenburg) an diesem Tag keinen einfachen Job haben werden, denn die Qualität der Tiere war auffallend gut.

Nach der Präsentation der einzelnen Richtklassen und Demo-Gruppen aus 11 Rassen ist es die spannendste, aber auch schwierigste Entscheidung die Landessieger auszuwählen.

Mit den acht hervorragenden Färsen, unter denen ein Tier besonders hervorstach, bot sich das erste Highlight: Mit seiner Tochter Annabell Pp bestätigte Deutschlands Spitzenbulle Ursus Pp* wieder einmal sein hervorragendes Vererbungspotential. Die überaus typvolle und enorm entwickelte Fleckviehfärse aus dem Hause Glaser in Perleberg wusste schon in der Rassekonkurrenz zu überzeugen und ließ auch in der rasseübergreifenden Wahl keinen Zweifel zu. Der Reservesiegertitel ging ebenfalls an ein Rind aus dem erfolgreichen Zuchtbetrieb von Manfred und Marco Glaser. Die zweijährige Gallowayfärse Soraja zeigte Harmonie und Entwicklung bei viel weiblicher Ausstrahlung. Ein schöner Doppelsieg für den engagierten Zuchtbetrieb.

Die Siegerschärpe in der Klasse der Kühe ging an eine Ausnahmekuh aus dem extensiven Rassereigen. Die Orinocho-Tochter Shirly vom Heidegrund präsentierte sich mit ihrem ersten Kalb im Idealtyp und verkörperte mit viel Rahmen und Korrektheit ausgestattet alles, was man sich von einer Gallowaykuh wünscht. Der verdiente Sieg war vor allem für die Töchter des Zuchtbetriebes Tornow, Maria und Sophia, ein toller Erfolg. Knapp geschlagen geben musste sich eine alte Bekannte in der Kollektion der Siegerkühe. Die schauerfolgreiche Uckermärkerkuh Tabea P vom Zuchtbetrieb Uwe Müßigbrodt präsentierte sich mit ihrem fünften Kalb in bester Kondition und mit sehr viel Ausstrahlung. Die Qualität dieser kapitalen Kuh wurde im Rahmen der Schau von insgesamt drei ihrer Nachkommen (Samu PP, Tundra PP und Tanja P), alle vorgestellt von ihren neuen Besitzern, mit guten Platzierungen bestätigt.

Den Höhepunkt bildete die Wahl der Landessieger bei den Bullen. Die acht Konkurrenten in der Siegerauswahl wurden vom ältesten Bullen im Ring überstrahlt: Mit seinen knapp neun Jahren präsentierte Ingolf PS sich als fast idealer Uckermärker. Der imposante Bulle mit bestem Rassetyp trägt seinen gut bemuskelten Körper noch immer auf sehr guten Fundamenten. Ausgestellt und herausgebracht wurde Ingolf Pp von Enrico und Helmut Jahre aus der Lapro Ossak GmbH. Der Herefordbulle Samson II PP* aus der Agrar GmbH Biesen konnte den Reservesiegertitel aus dem vergangenen Jahr wiederholen. Er hat sich sehr gut weiter entwickelt und zeigte unheimlich viel Breite, Brusttiefe und Mittelhandlänge. Der verdiente Titel ließ vor allem Altmeister Manfred Knaut strahlen, der zum 23. Mal auf der BraLa die Biesener Zuchttiere präsentierte.

Keine BraLa ohne Roberto Bock: Auch in diesem Jahr hatte der Highlandzüchter aus Südbrandenburg wieder Spitzentiere mitgebracht. Das imposante Quintett aus einer weißen, zwei blonden und einer roten Färse sowie einem zweijährigen Bullen ließ Richter Claus Henningsen schwärmen. Er kürte diese Kollektion zur Besten aus 13 Betriebssammlungen. Ein in Deutschland einmaliges Bild aus 52 Fleischrindern, die sich gleichzeitig im Tierschauring präsentierten.

Neben den Siegertieren gibt es viele weitere Fleischrinder, die zumindest einer Erwähnung wert sind. Die Welsh Black-Kuh Cristin von Detlef Jacob, die schon zum 11. Mal auf der BraLa ist. Vertreter der Dexter als kleinste europäische Fleischrinderrasse, aber auch die imposanten französichen Rassen Limousin und Charolais mit tollen Vertretern aus den Zuchtstätten Zorn, Mendler und Panzner, sowie Wudick und Zachert, oder die Wagyus der Familie Leinitz als wahre Exoten. Alle Tiere und Beschicker haben zum Erfolg der Landesfleischrinderschau und der Präsentation auf der BraLa maßgeblich beigetragen. Wir wünschen unseren Züchtern auch weiterhin viel Erfolg und Gesundheit und hoffen, auch im kommenden Jahr wieder ein buntes Rassespektrum präsentieren zu können!

Die vollständige Ergebnisliste der Landesfleischrinderschau kann hier heruntergeladen werden.

Preisrichter Claus Henningsen mit Siegerfärse der Manfred und Marco Glaser GbR

Siegerfärse: Annabell Pp (V. Ursus PP*), Kat.-Nr. 85, Fleckvieh Fleisch

Reservesiegerfärse: Soraja (V. Django), Kat.-Nr. 108, Galloway, Manfred u. Marco Glaser GbR

Siegerkuh: Shirly vom Heidegrund (V. Orinocho), Kat.-Nr. 106, Galloway vom Heidegrund R. Tornow

Reservesiegerkuh: Tabea P (V. Leven PS), Kat.-Nr. 28, Uckermärker, Marktfruchtbetrieb & Uckermärkerzucht Uwe Müßigbrodt

Siegerbulle: Ingolf Pp (V. Impuls P), Kat.-Nr. 1, Uckermärker, Lapro Ossak GmbH

Reservesiegerbulle: Samson II PP* (V. Surus P), Hereford, Kat.-Nr. 98, Agrar GmbH Biesen

Beste Betriebssammlung: Roberto Bock, Sonnewalde, Highland Cattle

Cristin (V. Mirco P), Kat.-Nr. 103, Welsh Black, Detlef Jacob