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Übergabe der Tierzuchtpreise 2019 auf der BraLa

Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass erfahrene Tierzüchter in Würdigung hervorragender persönlicher Leistungen und besonderer langjähriger Verdienste auf dem Gebiet der Tierzucht sowie engagierte Jungzüchter auf der BraLa geehrt werden. Auch in diesem Jahr ist die Landesbauernversammlung am Ausstellungsfreitag (10. Mai) dafür der Rahmen. Mit dem Tierzuchtpreis 2019 ehrt Minister Jörg Vogelsänger den Milchrindzüchter Mathias Möller aus Lenzerwische, den Schweinezüchter Knut Büttner-Janner aus der Uckermark und Prof. Kurt J. Peters für seine Verdienste um die Brandenburger Schaf- und Ziegenzucht. Weiterhin wird der Tierzuchtpreis Jugend verliehen, um die vielfältigen Aktivitäten der Brandenburger Jungzüchter zu würdigen. In diesem Jahr wurde vom Jungzüchterverein des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG Melanie Grunert vorgeschlagen.

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Tierzucht und Tierhaltung nehmen im Land für die Arbeit und Wertschöpfung im ländlichen Raum und zur regionalen Versorgung eine wichtige Stellung ein. Zur unserer Landwirtschaft mit ihren überwiegend leichten Böden gehört unbedingt eine starke Veredlungswirtschaft. Unsere Bauern haben mit viel Fachverstand und qualifiziertem Management in den zurückliegenden Jahren bewiesen, dass sie den Anforderungen zu einer artgerechten Tierhaltung sowie zum Natur- und Umweltschutz gerecht werden.“

Mathias Möller bewirtschaftet einen Familienbetrieb mit insgesamt 170 Kühen der Rasse Deutsche Holsteins. Er führt einen der züchterisch erfolgreichsten Betriebe des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG. Mit seinen leistungsstarken Spitzentieren ist er auf Tierschauen aktiv. Nicht nur auf Kreisebene, auch auf Landesebene wurden seine Kühe präsentiert und ausgezeichnet. Zwei Beispiele für die hervorragende züchterische Leistung sind die Prignitz-Tierschau, wo er bereits die „Miss Prignitz“ stellte, sowie die Verbandsschau Blickpunkt Rind 2017, bei der die Kuh „MBL Beauty“ als Siegerin der Jungkuhklassen hervorging. Als das Projekt KuhVision zum Aufbau einer weiblichen Lernstichprobe in Deutschland, startete, erkannte Möller neben der Notwendigkeit für die Zuchtprogramme auch die Vorteile für seinen Betrieb. So wird der Rinderbestand des Familienbetriebs für den Embryotransfer genutzt und ist ein gefragter Zuchtpartner. Des Weiteren engagiert sich Möller im Bereich der Hornloszucht. Er ist unter anderem Züchter des genetisch hornlosen RBB-Bullens „Hamadi Pp“ sowie „Millow PP” und „Bucolino“, die beide im Stall der Masterrind in Niedersachsen stehen. Darüber hinaus ist er Züchter des hochveranlagten Jungrindes „MBL Saphire“, welche mit einem Gesamtzuchtwert von RZG 160 aktuell eines der höchsten Jungrinder in Deutschland ist. Sein Sohn beteiligt sich bereits aktiv an Prignitz-Tierschauen und konnte 2018 im Jungzüchterwettbewerb in der Altersklasse 7 bis 10 Jahre bester Vorführer werden. Neben seinen züchterischen Leistungen engagiert sich Mathias Möller im Aufsichtsrat des RBB und ist Mitglied des Zuchtbeirats.

Knut Büttner-Janner aus Nordwestuckermark hält als Züchter des Hybridschweinezuchtverbands Nord/Ost e.V. in seinem Betrieb 420 Zuchtsauen. Die züchterischen Leistungen zeichnen sich nicht nur durch erfolgreiche Anpaarungen aus, sondern auch durch die Prüfungen und Selektionen eigenleistungsgeprüfter, zukunftsversprechender Jungsauen, die vorbildlich auf den Zuchteinsatz vorbereitet werden. Mit jährlichen ca. 1.000 Würfen werden 12.000 Läufer erzeugt. Bemerkenswert ist die geringe Verlustrate der geborenen Ferkel, was für ein vorbildliches Herdenmanagement spricht. Darüber hinaus steuert Büttner-Janner mit seiner Kernherde der Rasse Deutsche Landrasse einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung tiergenetischer Ressourcen bei. Der Betrieb ist ein aktiver und zuverlässiger Partner bei Tierschauen. Mit seinen Jungsauenkollektionen und Mastläufern konnten auf der BraLa und Kreistierschauen etliche Platzierungen und Sieger errungen werden. Beispielhaft ist der Betrieb in der Berufsausbildung. Seit der Betriebsgründung 1991 wurden 25 Lehrlinge in den Berufen Land- und Tierwirt ausgebildet. Den Berufsnachwuchs in der Landwirtschaft zu fördern ist für Büttner-Janner Ehrensache. Mit viel Engagement setzt er sich für die Interessen des Berufsstands ein und vertritt diese im Ehrenamt in der Gemeinde sowie im Beirat der Tierseuchenkasse.

Prof. Dr. Kurt J. Peters aus Falkensee hat sich durch seine wissenschaftliche Leistung, insbesondere um die Entwicklung der Schaf- und Ziegenzucht, verdient gemacht. Nach der Wende nahm Prof. Peters, als Leiter des Instituts für Tierzucht in den Tropen und Subtropen der Freien Universität Berlin, Kontakt zum Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg auf. Dadurch konnte die Prüflammschlachtungen im Versuchsschlachtbetrieb der Universität in Dahlem ermöglicht werden. Mit dem Brandenburger Schafzuchtverband entwickelte Prof. Peters das Qualitätsfleischprogramm der Erzeugergemeinschaft „Märkisch-Lammfleisch“. Als Mitglied des Verbandsvorstands vermittelt Prof. Peters seit 2004 neue Erkenntnisse aus der Milchschaf- und Ziegenzucht, aus der Methodik der Leistungsprüfung und der Schaffütterung und trägt zu Weiterbildungskursen und Verbandsveranstaltungen bei. Ein Beispiel für die herausragende Zusammenarbeit ist die Ausrichtung der 12. Internationalen Milchschaftagung vom 17. bis 19. Oktober 2008 in Berlin, deren erfolgreiche Durchführung das Verdienst von Prof. Peters war. Einen entscheidenden Beitrag leistete Prof. Peters 2010 mit der Konzeption und Umsetzung eines ehrenamtlich organisierten Zuchtwartsystems im Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg. Nach dem Ausfall des Zuchtleiters zögerte er nicht und übernahm diese Aufgabe für über zwei Jahre. Noch heute ist er als ehrenamtlicher Zuchtwart für die Ziegen in Berlin-Brandenburg sowie für Schafe in Berlin, Barnim und Oberhavel für den Verband tätig. Am 24. Juni 2017 wurde Prof. Peters bei der Mitgliederversammlung des Verbands zum Ehrenmitglied des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg berufen.

Zu einer der erfolgreichsten Jungzüchterinnen Brandenburgs gehört Melanie Grunert aus Bestensee. Seit 2015 ist die Studentin Mitglied des Brandenburger Jungzüchtervereins e.V. und nimmt seither erfolgreich an den Jungzüchterwettbewerben auf der BraLa teil. Im April 2018 nahm sie mit dem Brandenburger Team am Bundesjungzüchtertreffen für Milchrind-Jungzüchter teil. Im darauffolgenden Monat wurde sie zum Grand Champion der Fleischrind-Jungzüchter bei den 20. Brandenburger Jungzüchtertagen im Rahmen der BraLa gekürt. Im September folgte der Titel Bundessieger der älteren Jungzüchter, den sie beim Bundesjungzüchterwettbewerb der Fleischrind-Jungzüchter erhielt, der auf  der Landwirtschaftsausstellung MeLa in Mühlengeez veranstaltet wurde. Zurzeit schreibt Frau Grunert an ihrer Masterarbeit an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde zum Thema Gesundheitsdiagnosen beim Deutschen Schwarzbunten Niederungsrind und dem Vergleich zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben.

Pressemitteilung MLUL 06.05.2019

Mathias Möller auf der Prignitz-Tierschau 2018.

Melanie Grunert auf der MeLa 2018.